LogiMAT 2024: Bartels-Geschäftsführer Sebastian Krayenborg im Gespräch
„Mit dem Automatiktower gehen wir den nächsten Schritt“
2009 war die Karl H. Bartels GmbH erstmals auf der LogiMAT vertreten. Damals noch mit einem verhältnismäßig kleinen, übersichtlichen Stand. Heute präsentiert das Traditionsunternehmen auf der LogiMAT 2024 in Halle 1 Jahr um Jahr neue Innovationen aus eigener Produktion und von Partnerunternehmen. Zum firmeneigenen 15-jährigen LogiMAT-Jubiläum geht Bartels einen besonderen Schritt und präsentiert mit dem Automatiktower die erste vollautomatische Regallösung aus eigener Produktion.
Herr Krayenborg, vor 15 Jahren war Bartels erstmals auf der LogiMAT vertreten. Zu diesem firmeneigenen Jubiläum haben Sie sich für Stuttgart etwas ganz besonderes überlegt. Sie präsentieren einen Automatiktower „made by Bartels“. Wie kam es dazu?
Nun, der Markt hat uns mehr oder weniger dazu gezwungen. (lacht) Wir sind ja für unsere maßgeschneiderten Regale bekannt und dass jede Lösung an die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden angepasst wird. Damit er wirklich die für sich perfekte Lösung erhält. Diesen Anspruch verfolgen wir auch immer, wenn wir uns international nach neuen interessanten Produkten für unser Vertriebsprogramm umsehen. Im Segment der automatisierten Lagerlösungen mussten wir als Wiederverkäufer jedoch feststellen, dass wir gar nicht alle Kundenwünsche erfüllen konnten. So ist die Idee entstanden, das selbst zu übernehmen. Jetzt haben wir es in der eigenen Hand, in diesem Segment Sonderbau anzubieten. Mit dem schönen Nebeneffekt, unsere Produkte insgesamt noch besser an die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden anpassen und customizen zu können.
Mit Blick auf die Firmengeschichte von Bartels eine kleine Revolution, muss man sagen.
Ja, das ist es durchaus. Bartels war immer sehr stark auf manuelle Lösungen konzentriert und diese werden auch weiterhin wichtig bleiben. Gleichzeitig haben wir beispielsweise schon sehr früh angefangen, sehr erfolgreich treppensteigende Transportgeräte zu vertreiben. Heute sind sie aus kaum einem Bereich mehr wegzudenken, da die Vorteile enorm sind. Ähnlich verhält es sich mit Automatisierungen im Lager. Vor dem Hintergrund von Personalknappheit und immer höheren Durchschlagzahlen, sind sie einfach unerlässlich, um den Workflow hochzuhalten. Die Bedienung ist denkbar einfach und Zeit sparend. Zudem sind noch höhere Regale möglich, ohne dass Anwender die Übersicht verlieren – die behält ja die Software für sie. Damit kann der vorhandene Platz noch effizienter genutzt werden. All dies sind ökonomische Kennzahlen, die die Kosten und Nutzen eines Towers Schwarz auf Weiß kalkulieren lassen.
Auf der LogiMAT 2024 zeigen Sie auf einer raumhohen Multimedia-Wand einen sich flexibel wandelnden Single-Tower. Was ist außerdem geplant?
Der in Stuttgart präsentierte Tower zeigt exemplarisch das neue Segment. Selbstverständlich soll es nicht beim Single-Tower bleiben, sondern wir haben auch ganz klar den Double-Tower und andere kombinierte Lösungen im Blick. Auch die Art der eingelagerten Güter wird variabel sein, inklusive Langgut und Tafelmaterialien. Den Vorstellungen sind wie immer keine Grenzen gesetzt. Wir werden künftig wirklich jeden Kundenwunsch realisieren können.
Dazu passt, dass Sie in Stuttgart abermals ein Hybridregal zeigen, welches sowohl Tafelmaterialien als auch Langgut aufnimmt. Haben Sie so einen „Zwitter“ schon mal für Kunden gebaut?
Nein, aber das ist auch gar nicht unser Anspruch, wenn wir so ein Produkt zeigen. Wir wollen damit einfach die große Bandbreite und Flexibilität unserer Regale demonstrieren. Theoretisch und technisch können wir quasi jedes Regal bauen. Dort wo andere Hersteller an ihre Grenzen stoßen, wird es für uns erst richtig interessant. Sonderbau ist unsere Kernkompetenz. Das wollen wir immer wieder deutlich machen, obwohl wir selbstverständlich oft auch Regale produzieren, die den Standardausführungen in unserem Katalog oder Online-Shop entsprechen. Aber diese bilden nur Beispiele unseres Portfolios ab, nicht das große Ganze. Viele Produkte entstehen, indem Kunden mit sehr spezifischen Wünschen zu uns kommen, für die unsere Techniker dann ganz individuelle Lösungen entwickeln.
In Stuttgart werden Sie in diesem Jahr auch Geräte des italienischen Partnerunternehmens Alitrak zeigen. Wie passt das ins Bild?
Den Vertrieb der Elektroschlepper von Alitrak im deutschsprachigen Raum haben wir bereits vor einigen Jahren übernommen. Sie passen sehr gut in unser Sortiment im Bereich Transportsysteme und es gibt wirklich eine Vielzahl verschiedenster Schlepper, sei es für den industriellen Bereich, das Baugewerbe oder etwa auch für die Luftfahrt und den Tourismussektor. Schließlich lassen sich damit Anhänger, Maschinen, Boote, Wohnwägen und sogar kleine Flugzeuge ziehen. Entsprechend gut werden die Geräte nachgefragt. Was jedoch die wenigsten wissen: auch bei Alitrak sind kundenspezifische Anpassungen möglich. Es gibt nicht nur die stetig wachsende Palette an Standardgeräten. Kunden können diese für ihren Bedarf auch modifizieren und gezielt produzieren lassen, so dass sie das für sie perfekte Gerät erhalten.
Klingt fast so, als stünde die diesjährige LogiMAT bei Ihnen unter dem Begriff „Sonderbau“.
Das könnte man so sagen, ja. Wobei das für uns im Grunde schon immer so war. Bartels zeichnet sich durch seinen Sonderbau aus. Das war schon immer unsere große Stärke. Durch einen schlanken Überbau und den Direktvertrieb können wir diesen zu sehr günstigen Preisen anbieten, die in der Regel kaum über denen von Standardlösungen liegen. Indem unsere Kunden aber genau die Lösung erhalten, die sie auch wirklich benötigen, amortisieren sich diese geringfügig höheren Kosten jedoch schnell und helfen auf lange Sicht, Geld zu sparen. Es ist wie mit dem Anzug von der Stange, der hier und da ein wenig kneift und dadurch schlussendlich kaum getragen wird. Das individuelle Stück, das perfekt sitzt und jede Bewegung mitmacht, wird hingegen regelmäßig und gerne genutzt. Da muss ich als Ökonom nicht lange überlegen, welches Teil sich am Ende bezahlt macht. Wobei ich persönlich ohnehin lieber Jeans trage. (lacht)
Passt auch besser zur Logistik.
Das finde ich auch.
Herr Krayenborg, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die LogiMAT 2024!
Vielen Dank!
Die Karl H. Bartels GmbH auf der LogiMAT 2024: Halle 1, Stand B69 & B71
Über die Karl H. Bartels GmbH
Die Karl H. Bartels GmbH ist der Experte für Lagereinrichtungen und Transportgeräte; Spezialität: maßgefertigte Schwerlastregale. Daneben vertreibt Bartels Kippbehälter, Treppensteiger, Handlingsysteme, Behälter u.v.a.m. Bei Bartels erhalten Kunden alles aus einer Hand. Bereits seit über 80 Jahren ist das Familienunternehmen mit diesem Konzept erfolgreich und stattet Lager und Logistikzentren mit allem aus, was sie für einen reibungslosen Betriebsablauf benötigen.